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Spielkarten
#24
Das Kartenspiel tauchte in Europa im 14. Jahrhundert auf und kam vermutlich von den Sarazenen zu uns. Es hatte den Namen "Naib". Die Spanier (und früher auch die Italiener) nennen die Spielkarten "Naipes".

Die Farben des arabischen Spieles waren Schwert, Poloschläger, Becher und Münze. Die Figuren waren König, Vizekönig (Naib), und Stellvertreter des Vizekönig, was König, Reiter und Bube entspricht. Dazu kamen die Ziffern 1 bis 10.

Um 1420 führten die Franzosen die Dame ein.

Um 1400 wurden in Italien die Trionfi erfunden. Es sind die Trumpf-Karten des Tarocci, Tarock und dessen Ableger. 
Die Urform des Tarock entstand um 1425 zur Zeit der Frührenaissance in der Po-Ebene, es gehört damit zu den ältesten tradierten Kartenspielen der Welt.
Es gibt 22 feste Trümpfe, die von 1-21 durchnummeriert sind und die "Null" ohne Nummer. Zusammen mit den Farbenkarten sind es somit 78 Karten. Werden die Karten zum Spielen verwendet, redet man im Deutschen von "Tarock", nimmt man sie zum Wahrsagen, sagt man "Tarot". Tarockkarten haben die französischen Farben, Tarotkarten die spanisch-italienischen. Im Französischen wird beides als "Tarot" bezeichnet.

Die Tarockkarten lösten sich im Laufe der Zeit von ihren traditionellen, aus dem Tarot bekannten Motiven. 
Hier zwei Beispiele für Tarockkarten:
Französisches Tarock:
   

Cego (Südbaden/Schwarzwald)
   

So sieht ein vollständiges Tarockblatt mit 78 Karten aus:
   

Die drei wichtigsten Trümpfe, die "Trull", sind die 0, die 1 und die 21: 
Die Null heißt "Sküs" oder "Gstieß", von franz. "excuse"="Entschuldigung" weil diese Karte in Frankreich oft mit einer rituellen Entschuldigung gespielt wird und ist entweder der höchste Trumpf oder eine Karte, die weder Trumpf noch Farbe ist, weder stechen noch verloren gehen kann.
Die 1 heißt "Pagat", "Babberle" oder "kleiner Mann". Der Name leitet sich von italienisch Bagatto ab, was keine andere Bedeutung besitzt, aber in eine Beziehung mit Bagatelle gesetzt wird. Der Name dürfte somit auf den Status als niederster Trumpf anspielen.
Die 21 ist der "Mond", eine falsche Eindeutschung von franz. "le monde" = "die Welt".

Tarockspiele werden übrigens heutzutage hauptsächlich in Frankreich (Vollständiges Blatt mit 78 Karten) und auf dem Gebiet des ehemaligen Habsburgerreiches (reduziertes Blatt mit 54 Karten) gespielt. Das Schwarzwälder Cego erklärt sich vermutlich dadurch, dass das Breisgau und andere kleine Gebiete Baden-Württembergs bis 1805 zu Vorderösterreich gehörten.

In der Schweiz werden die Tarockspiele Troccas (Graubünden) und Troggu (Wallis) mit Tarockkarten in italienischen Farben gespielt. Das dazu verwendete 1JJ Tarot (link) wurde zwischen 1831 und 1838 entwickelt. Es ist das einzige Kartenblatt, das bis heute sowohl zum Spielen als auch zum Wahrsagen verwendet wird.
Im Bayern wird zwar auch ein Spiel namens "Tarock" gespielt, dies ist jedoch eigentlich kein Tarockspiel, denn man spielt es mit einem normalen deutschen Blatt.

Bei meinen Karten übernehme ich die alten Namen von den Tarotkarten, stelle jedoch meine eigene Assoziation des Kartennamens dar.


   
Nummer 1 heißt traditionell (im Tarot) der "Magier". Beim Spiel dagegen "der Kleine (Mann)".

Ich habe mich für die Kombination beider Namen entschieden und heraus kam der Zauberlehrling. Was er wohl mit dem Buch seines Meisters vorhat? Besen und Eimer stehen jedenfalls schon bereit ...  Kicher:



Die Karten 2 und 5 bilden ein Paar. Man kennt sie als Papst und Päpstin oder Hoherpriester und Hohepriesterin.
Ich habe das Ganze mal ein paar Hierarchiestufen runtergeschraubt:
       

In früheren Jahrhunderten wurden Spielkarten immer wieder als "unchristlich" und "frevelhaft" verurteilt, einerseits wohl, weil manche Leute Haus und Hof verspielten, andererseits aber auch wegen der Trumpfkarten. Am schlimmsten galten Papst und Päpstin (wegen Verunglimpfung religiöser Autoritäten?) Deshalb wurden die beiden Figuren in bestimmten Spielen wie dem Schweizer 1JJ Tarot durch Jupiter und Juno ersetzt.
Bei mir dagegen wurden aus diesen Motiven die beiden frömmsten Karten. Pfeif


Die Karten 3 und 4 heißen Herrscher und Herrscherin. Dies erschien mir zunächst langweilig, denn bei den Farbkarten habe ich ja schon 2x 4 Könige bzw. Königinnen. Mehr brauchte ich jetzt wirklich nicht!

Ischade hat in ihrem Tarot daraus Mutter Erde und Vater Himmel gemacht. Die Idee habe ich übernommen. Für den Vater Himmel drängte sich der Zeus geradezu auf. Wenn es den schon von Playmobil gibt ...   Pfeif

Bei der Mutter Erde habe ich mich von Ischades Karte inspirieren lassen. Für mich nenne ich die Karte nach der Inkagöttin "Pachamama". Und sie ist schwarz wie die fruchtbare Erde.
       
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Spielkarten - von Artona - 30.04.2018, 20:39
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RE: Spielkarten - von Aquarius - 06.07.2018, 08:20

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