03.07.2024, 12:24
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.07.2024, 12:33 von Fredeswind.)
Fredeswind indessen nahm ihr, an der Grenze geparktes, Wohnmobil in Besitz mit dem sie gewöhnlich durch die normale, d.h. Fannys Welt, gondelte. Nun konnte es losgehen. Sie war aber kaum unterwegs, da fiel es ihr wie Schuppen von den Augen: sie hatte ja gar keine Vorstellung wo Fannys kleine Stadt zu finden war oder wie der richtige Name lautete. Fanny hatte immer nur begeistert von ihrer kleinen Stadt gesprochen und sie nie anders bezeichnet. Da hieß es nun für die Weiterreise einen detektivischen Spürsinn zu entwickeln.
Am späten Nachmittag traf Fredeswind an einem großen See ein. Hier beschloss sie mit ihrem Bus zu übernachten. Sie war ziemlich müde, war es doch jedes Mal wieder eine Herausforderung sich dem ungewohnten stressigen Straßenverkehr zu stellen.
Vor dem Abendessen machte sie noch einen kurzen Spaziergang an dem wunderschön gelegenen See, schließlich tat ein bisschen Bewegung gut, nachdem sie fast den ganzen Tag im Auto gesessen hatte. Es wehte der hier übliche kräftige, ja fast schon stürmische Abendwind von den Bergen her. So kam sie nach einer Weile an einen hölzernen Steg und blickte über das stark bewegte Wasser. Was waren das für tolle Bretter, mit denen die Leute so schnell über das Wasser glitten? Fasziniert schaute sie eine Weile zu, das sah so leicht aus. Ob sie sich auch so ein Ding zulegen sollte?
Gedacht, getan! Am nächsten Vormittag besorgte sie sich tatsächlich solch ein Brett. „Ich möchte so ein Dingsda.“, sagte sie und zeigte auf die Surfbretter. Verwundert betrachtete der Verkäufer die seltsam gekleidete Frau. „Wie die Leute heute rumlaufen.“, dachte er bei sich, „und die braucht ein Surfbrett?“ Er wunderte sich sehr über diesen Wunsch. Erst als er die Aufschrift auf ihrem Auto entdeckte nahm er ihren Wunsch ernst, zeigte auf die Schrift und meinte, also ein Surfbrett wolle sie. Fredeswind wirkte überrascht und nickte nur. Endlich hatte sich das Rätsel um die Schrift auf ihrem Bus aufgelöst.
Zum Testen ihrer neuen Errungenschaft kam sie jedoch nicht mehr. Das Wetter hatte umgeschlagen. Nachts hatte es stark geregnet und noch immer hingen dicke graue Wolken am Himmel. Also verschob sie das Ausprobieren auf ein anderes Mal. Außerdem musste sie ja weiter und Fannys kleine Stadt finden, so fuhr sie schließlich ab ins Ungewisse.
ENDE 1. KAPITEL
Fredeswind Märchenschatztruhe
Inhalt Fredeswinds Märchenschatztruhe
"Wir meinen, das Märchen und das Spiel gehöre zur Kindheit: wir Kurzsichtigen! Als ob wir in irgendeinem Lebensalter ohne Märchen und Spiel leben möchten!"
Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900)
Inhalt Fredeswinds Märchenschatztruhe
"Wir meinen, das Märchen und das Spiel gehöre zur Kindheit: wir Kurzsichtigen! Als ob wir in irgendeinem Lebensalter ohne Märchen und Spiel leben möchten!"
Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900)