14.09.2025, 11:51
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.09.2025, 11:53 von Fredeswind.)
Sie betraten als erstes den Thronsaal, der sich direkt an den Speisesaal anschloss. Hier erwartete sie Gerwulf der Burgchronist. Er begrüßte die beiden fröhlich und sprach zu Fanny: „Herzlich Willkommen auf Burg Adlerhorst. Was bin ich froh, dass Ihr gut eingetroffen seid! Was ist Euch denn widerfahren, dass Ihr so verspätet hier angekommen seid.“ Fanny erzählte kurz von den Erlebnissen ihrer Reise, was der Chronist auch sofort niederschrieb. Er lud Fanny noch ein doch bei ihm vorbeizuschauen, er wolle sie unbedingt seiner Familie vorstellen.
Dann erst hatte sie Zeit sich genauer umzuschauen Der Thronsaal war ausgesprochen schlicht gehalten. Darüber war Fanny sehr erstaunt, sie hatte sich einen Thronsaal prächtiger vorgestellt. Das wertvollste schien hier, nach ihrem Ermessen, der Teppich zu sein. Die ausgesprochen schönen Teppiche in der Burg waren ihr schon die ganze Zeit aufgefallen, egal ob in der Kemenate mit dem Schlafzimmer oder dem Burgfried. Fanny erkundigte sich: „Sag mal, diese wundervollen Teppiche hier in deiner Burg, wer knüpft diese denn?“ Fredeswind antwortete: „Rabigaud, unser Händler hat da Beziehungen, er braucht bloß einen Entwurf, den er dann ausführen lässt. Die Entwürfe sind übrigens von mir, nach alten Wappen oder Mustern.“ Fanny staunte nicht schlecht.
Fanny zeigte auf den Thron: „Darf ich mich da mal draufsetzen und das Zepter halten?“ Ihre Freundin lächelte: „Aber natürlich, warum denn nicht?“ Der Sitz war nicht sonderlich bequem, er erinnerte sie an einen Camping-Klapphocker, nur dass er dicker und mit edlem Stoff gepolstert war. Deshalb blieb sie auch nicht lange sitzen, stand auf, zeigte auf den Thron und reichte Fredeswind schmunzelnd das Zepter: „Naja, besonders bequem ist er ja nicht, aber es ist wohl Gewöhnungssache. Und das Szepter, so schön es auch ist, passt nicht zu mir, zu dir dafür umso besser.“ Fredeswind lachte: „Schließlich ist das hier nur mein ‚Büro‘ und nicht das Wohnzimmer, und solche Polstermöbel wie bei euch gibt es hier einfach nicht.“ Das leuchtete selbst Fanny ein.
Danach setzten sie ihren Burgrundgang fort. Fanny war ziemlich neugierig, was es hier wohl noch alles zu sehen gab. Sie überquerten den Hof und entschieden sich gleich bei Gerwulf hineinzuschauen.
Als sie eintraten machte er einen tiefen Bückling, Rautgundis, seine Frau knixte und stellte ihre Tochter Ermentrude vor, die wiederum zeigte auf den großen weißen Hund und sagte. „Und das ist Parceval.“ Schwanzwedelnd begrüßte er die Neuankömmlinge. Fredeswind hielt sich im Hintergrund, während sich die anderen kurz unterhielten und beschlossen ihre Bekanntschaft demnächst zu vertiefen.
Fredeswind Märchenschatztruhe
Inhalt Fredeswinds Märchenschatztruhe
"Wir meinen, das Märchen und das Spiel gehöre zur Kindheit: wir Kurzsichtigen! Als ob wir in irgendeinem Lebensalter ohne Märchen und Spiel leben möchten!"
Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900)
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"Wir meinen, das Märchen und das Spiel gehöre zur Kindheit: wir Kurzsichtigen! Als ob wir in irgendeinem Lebensalter ohne Märchen und Spiel leben möchten!"
Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900)

