06.02.2026, 10:38
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 06.02.2026, 14:08 von Fredeswind.)
Als sie gerade zu ihm abbiegen wollte, preschte Harro der Eilende plötzlich unter dem Burgtor hindurch. Beinahe hätte er Fanny umgeritten. Diese erschrak fürchterlich, stieß einen spitzen Schrei aus und sprang zur Seite. Harro schaffte es gerade noch das Pferd neben ihr zu stoppen und sie fand sich in einer Staubwolke wieder.
Harro sprang vom Pferd, verneigte sich vor Fanny und sprach errötend: „Tut mir sehr leid Euch so erschreckt zu haben. Weiß nicht, was das Ross geritten hat, dass es mir so durchgegangen ist. Darf ich mich tunlichst dafür entschuldigen?“ Der Schrecken steckte ihr noch in den Knochen, aber sie winkte ab: „Erschreckt habt ihr mich allerdings schon. Aber so etwas kann passieren, wenn man mit Tieren arbeitet.“ Der Bote dienerte und dankte für ihr Verständnis.
Nach diesem Schrecken schaute sie, wie geplant, endlich bei Hubertus rein. Dieser begrüßte sie erfreut und wies auf den Uhu: „Ich glaube, den können wir wieder in die Freiheit entlassen.“ Fanny lächelte den Jäger an, dass sie dies noch miterleben würde, hatte sie nicht erwartet. Und sie beschlossen das noch an diesem Abend zu erledigen. Also begaben sie sich in der Dämmerung zum Waldrand und ließen den Vogel fliegen. Mit kräftigen Flügelschlägen erhob er sich in die Lüfte und war kurz darauf im Wald verschwunden.
Zwei Tage später war Fannys Abreisetag. Sie hatten beschlossen noch gemeinsam Luminara anzuschauen. Diesen Ort hatte auch Fredeswind noch nie besucht. Schließlich brachen sie mit der Wohnkutsche auf. Fanny hatte sich wieder ihre gewöhnliche Kleidung angezogen. So wie ihr anfangs das lange Kleid ungewohnt gewesen war, kam ihr jetzt ihre sonst so gemütliche Hose sonderbar vor.
In Crisscrossing legten sie zu Mittag eine kleine Pause ein. Bald kamen sie mit Johanna ins Gespräch. Fredeswind erzählte, sie habe gehört, dass die Luminarer ein seltsames Völkchen seien, ob Johanne wüsste warum. Diese lachte hellauf und erklärte: „Das kann man wohl sagen! Die bauen tatsächlich immer wieder ihre Stadt komplett um, so dass man an jeder Ecke meint, man komme in eine andere Welt.“ „Also so wie Odiland im Kleinformat?“, fragte Fanny. „Ja, genau, nur noch ungewöhnlicher.“ Das wiederum konnten sich Fanny und Fredeswind kaum vorstellen und die Königin antwortete verwundert: „Na, da lassen wir uns doch mal überraschen.“ Dann verabschiedeten sie sich von ihrer Gastgeberin und fuhren, zum Abschied winkend, weiter Richtung Luminara.
ENDE 8. Kapitel
Fredeswind Märchenschatztruhe
Inhalt Fredeswinds Märchenschatztruhe
"Wir meinen, das Märchen und das Spiel gehöre zur Kindheit: wir Kurzsichtigen! Als ob wir in irgendeinem Lebensalter ohne Märchen und Spiel leben möchten!"
Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900)
Inhalt Fredeswinds Märchenschatztruhe
"Wir meinen, das Märchen und das Spiel gehöre zur Kindheit: wir Kurzsichtigen! Als ob wir in irgendeinem Lebensalter ohne Märchen und Spiel leben möchten!"
Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900)

