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09.01.2025, 09:16
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.01.2025, 09:17 von Fredeswind.)
Wieder zurück im Hotel erfuhren sie, dass die Straßen wieder frei waren. Doch nahmen sie sich noch die Zeit und gönnten sich, bevor sie abreisten, eine unglaublich leckere Pizza. Ja, der Pizzabäcker verstand sein Handwerk wirklich.
Während des Essens überlegte Fanny: „Da wird es heute Abend spät, bis wir nach Hause kommen. Wir haben uns doch weiter von daheim entfernt als geplant.“ Fredeswind erwiderte: „Das ist doch jetzt auch schon egal. Bis auf den Besuch im FunPark ist eh schon alles anders gekommen als erwartet.“ „Wo du recht hast, hast du recht! Also, bis zur Werkstatt fahren wir etwa zwei Stunden und dann noch gut drei nach Hause…“ Ihre Freundin unterbrach sie: „…und wenn wir einfach nochmal hier übernachten?“ Fanny rief: „Das ist eine glänzende Idee! Dann fahren wir direkt nach dem Frühstück los und nehmen den Weg über das Gebirge.“ Fredeswind war einverstanden. Sie sagten in der Rezeption Bescheid, dass sie noch eine Nacht bleiben würden. Dann war es soweit und gut gelaunt fuhren sie zur Werkstatt.
Wie besprochen war der Aston repariert. Fanny war erfreut ihren geliebten Wagen wieder zu haben. Der KFZ-Meister erklärte Fanny lang und breit, warum der schöne Aston Martin liegengeblieben war. Fredeswind verstand nur Bahnhof aber Fanny kannte ihr Auto in- und auswendig und hörte aufmerksam zu. Dann verabschiedeten sich die beiden dankend und fuhren ab.
Diesmal, ausnahmsweise wie geplant, erreichten sie pünktlich zum Essen das Hotel. Oh, wie köstlich das Abendessen wieder war, einfach ein Gedicht! Danach waren sie aber auch pappsatt und hundemüde, weshalb sie nicht lange zögerten und bald zu Bett gingen. Sie schliefen wie Steine und hätte Fanny nicht den Wecker gestellt, dann hätten sie garantiert ihre eigene Abfahrt verschlafen.
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10.01.2025, 14:49
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.01.2025, 14:57 von Fredeswind.)
Hervorragend ausgeschlafen machten sie sich am nächsten Morgen endlich, gleich nach dem Frühstück, auf die Heimfahrt in Fannys kleine Stadt. Wie am Tag zuvor beraten, schlugen sie die Straße Richtung Gebirge ein.
Fredeswind erzählt zu Fannys Bildern:
Sie waren schon eine ganze Weile unterwegs und es ging bereits auf Mittag zu, da erreichten sie das Gebirge. Dicke Wolken hingen zwischen den Bergen, aber hin und wieder durchbrach diese ein müder Sonnenstrahl. Es war warm aber nicht heiß, gerade angenehm. Schließlich kamen sie zu einem märchenhaft in die Berge eingebetteten Gebirgssee. Der Blick war wunderbar und es herrschte unglaubliche Klarheit. Spontan entschlossen sich die zwei eine Pause einzulegen und auszusteigen.
Sie parkten in der Nähe einer netten Jausenstation und stärkten sich erst einmal mit einer kleinen Brotzeit in dem anmutigen Biergarten. Da zeigte Fredeswind auf ein Schild an der Wand: „Schau mal, die haben hier einen Bootsverleih. Sollen wir?“ Fanny verstand sofort: „Au ja, das machen wir!“ Und ehe sie sich versahen, saßen sie schon in einem der Boote. Gemütlich tuckerten sie dahin und genossen die sanfte Brise des Fahrtwindes in dieser unvergleichlich schönen Landschaft.
Nach dieser wundervollen Bootsfahrt legten sie, an der mit dem Vermieter besprochenen Stelle, wieder an. Sie gingen an Land und machten sich über das wilde felsige Ufer auf den Weg zum Auto. Eigentlich wollten sie ja gleich weiter, doch sie kamen gar nicht erst zum Einsteigen.
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10.01.2025, 15:03
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.01.2025, 15:09 von Fredeswind.)
Plötzlich rumpelte es hinter ihnen, erschrocken drehten sie sich um. Aber es war nur ein altes, gut gepflegtes Wohnmobil, gerade so wie Fredeswind eines fuhr, das ein paar Meter neben ihnen, auf dem steinigen und holperigen Ufer, einparkte.
Die Neuankömmlinge stiegen aus und liefen Fredeswind und Fanny fröhlich winkend entgegen. „Hey, ihr beiden! Macht ihr hier auch eine Pause?“, fragte der Mann. Die Freundinnen bejahten: „Hallo! Ja, es ist hier so herrlich, da sind wir einfach ausgestiegen.“ „Recht hattet ihr! Das ist einer unserer Lieblingsplätze hier am Wasser. Wir kommen regelmäßig her. Lasst ihn uns gemeinsam genießen!“, bestätigte er. „Absolut! Gemeinsam ist es noch einmal so schön.“, stimmte seine Begleiterin zu.
Im Nu hatte das Pärchen die Campingmöbel aufgebaut. „Ich bin übrigens Becki und er,“ sie zeigte auf den Mann, „ist Ruben, kurz genannt Rubi.“ Die Freundinnen stellten sich ihrerseits vor. Becki dachte sich: „Fredeswind, was für ein wunderlicher Name.“ Rubi stellte fest: „Fredeswind? Das ist mir zu lang, ich nenne dich einfach Fredi.“ Fanny kicherte und Fredeswind konterte frech: „OK, Ruben! Wenn du erlaubst, ich nenne dich Rübi, weil du mich an Rübezahl erinnerst!“ Bis auf Ruben brachen alle schallendes Gelächter aus. Nur Rübi schien die Anspielung nicht zu verstehen.
Lustig ließen sich alle vier auf den Steinen am Ufer nieder und planschten übermütig mit den Füßen im Wasser, dass es nur so spritzte. Alsbald waren sie in interessante Gespräche vertieft. Dann schwiegen sie eine Weile und genossen einfach nur den malerischen Blick über den See. „Und wer, um alles in der Welt, ist eigentlich Rübezahl?“, platzte Rübi plötzlich neugierig heraus. Alle drehten sich abrupt zu ihm hin und Fredeswind erklärte ihm schelmisch grinsend: „Rübezahl ist der gute Geist des Riesengebirges. Er hilft den Menschen, aber er kann es nicht leiden, wenn sie Unfug treiben, böse sind oder ihn beleidigen. Denen legt er Steine in den Weg oder spielt ihnen grobe Streiche.“ „Aha! Noch nie von dem Kerl gehört, aber er scheint ganz nach meinem Geschmack zu sein.“, feixte er zurück. „Und wieso, wieso erinnere ich dich ausgerechnet an Ihn?“ „Naja, es ist deine Frisur und dein Bart. Rübezahl wird mit Vollbart und wildem Haar beschrieben, gerade so wie du, fehlt nur noch der lange Wanderstock aus einer krummen Wurzel.“ „Ah so, na dann! Schon wieder was dazugelernt.“
Fredeswind erzählt:
Nun mahnte Fanny an: „Langsam müssen wir weiter, eigentlich wollten wir hier nur eine kleine Pause machen.“ Fredeswind nickte: „Wie die Zeit vergeht! Aber du hast recht. Abmarsch durch die Mitte.“ „Nee, nee, so lassen wir euch nicht gehen. Lasst uns die Telefonnummern austauschen. Vielleicht können wir uns ja mal wieder treffen. Es war so toll mit euch!“, sprach Becki. Gesagt, getan, dann verabschiedeten sie sich wortreich von ihren neuen Freunden und brachen endgültig auf. Während sie auf der Heimfahrt noch einmal resümierten, was sie, auf ihrer, mehr oder weniger unfreiwilligen Reise, alles erlebt hatten, verabschiedete sich langsam die Sonne am Horizont und tauchte die Welt in ein bezauberndes Licht.
ENDE 5. Kapitel
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29.01.2025, 19:01
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.01.2025, 10:33 von Fredeswind.)
6. Kapitel
EPILOG
Fredeswind erzählt:
Mittlerweile war es Herbst geworden, es war zwar tagsüber noch mild, aber nachts wurde es manchmal schon empfindlich kalt. Fredeswinds Zeit bei Fanny neigte sich dem Ende entgegen. Sie war mit ihrem Jäger Hubertus an der Grenze zu ihrer Welt verabredet, der sie wieder auf Burg Adlerhorst zurückbegleiten würde. Wochen war es her, dass sie dort in Fannys Welt angekommen war, um ihre Freundin zu besuchen.
Fredeswind erzählt zu Fannys Bildern:
Nach Fannys Arbeit hatte sich Fredeswind mit ihr verabredet. Sie trafen sich ausnahmsweise am Fahrradladen, wo Fanny ihr Fahrrad zum Überholen hatte. Sie traten aber nicht ein, schauten nur durch das Schaufenster. Das Fahrrad stand bis jetzt nicht im Abholbereich, also war es wohl noch nicht fertig.
Daher begaben sie sich auf den Rückweg. Sie umrundeten den Stadtbrunnen, der ihnen in letzter Zeit so oft, wenn Fanny mit ihrer Arbeit fertig gewesen war, zum Treffpunkt gedient hatte.
Die Freundinnen beratschlagten, was noch alles bis zu Fredeswinds Abfahrt zu erledigen wäre. Dann, an Fannys Nachbarn Elektro Holzbach vorbei, waren sie auch schon bei Fanny angekommen.
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Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
aber du kannst neu anfangen und das Ende ändern.
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30.01.2025, 10:30
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.01.2025, 12:06 von Fredeswind.)
Der letzte Abend bei Fanny war angebrochen. Gemeinsam beschlossen sie noch einmal mit Fannys beiden Huskys Anuk und Kuna, nach draußen zu gehen. Es dämmerte, als sie auf die Straße hinaustraten. Heute empfing sie draußen mal wieder eine milde abendliche Luft. Ein lauer Wind säuselte die Straße hinab. Es war viel los, alle schienen noch einmal einen der letzten milden Abende genießen zu wollen. Sogar der Jongleur ließ sich nicht lumpen und erfreute die Spaziergänger mit seiner Kunst. Fredeswind und Fanny schauten ihm eine Weile gespannt zu.
Während sie gemeinsam ein letztes Mal die Hauptstraße entlang flanierten, ließen sie Fredeswinds Aufenthalt noch einmal Revue passieren. Plötzlich wehte ihnen ein köstlicher verführerischer Duft von Ali Babas Kebapbude herüber. Dieser erinnerte sie schlagartig daran, dass sie noch gar nicht zu Abend gegessen hatten. Kurzentschlossen kehrten sie dort, ihr Gespräch fortsetzend, ein.
Als sie eintraten hörten sie scharfe Pfiffe. Diese wurden von zwei Männern ausgestoßen. Die Freundinnen erinnerten sich gleich an diese. Es waren die zwei wilden Typen, die sie schon bei ihrem ersten gemeinsamen Besuch bei Ali Baba und am See mit den Bikern getroffen hatten.
Die Pfiffe galten Fredeswind. Die Typen hatten sie, im Gegensatz zu ihrer Begegnung am See, trotz der neuen Kleidung gleich wiedererkannt. Der eine nickte Fredeswind anerkennend zu, der andere winkte beide an ihren Tisch heran und lud sie ein sich doch zu ihnen zu setzen. Fredeswind dachte bei sich: „Na, das kann ja heiter werden. Auf die zwei habe ich eigentlich gar keine Lust.“ Doch Fanny nickte ihr aufmunternd zu.
Ihre Freundin zuckte die Achseln und ergab sich in ihr Schicksal. Also setzten sie sich. Die Männer schienen jedoch, wider Erwarten, recht nett zu sein. Sie stellten sich als Hinz und Kunz vor. Fanny und Fredeswind konnten sich kaum das Lachen verkneifen und grinsten in sich hinein. Als die beiden Freundinnen erzählten, dass sie es gewesen waren, die zu den Bikern am See gestoßen waren, starrten Hinz und Kunz sie ungläubig an. So verbrachten die vier einen Teil des Abends gemeinsam, bis sich die anderen zwei verabschiedeten. Irgendwie war Fredeswind erleichtert, denn eigentlich hatte sie den letzten Abend allein mit ihrer Freundin verbringen wollen.
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31.01.2025, 14:44
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.01.2025, 14:45 von Fredeswind.)
Nach einer Weile meinte Fredeswind: „Nachdem ich so viele tolle Sachen bei dir erlebt habe, musst du mich nun auch einmal besuchen kommen.“ Fanny runzelte die Stirn, Sorgenfalten bildeten sich und sie entgegnete: „Aber du lebst doch im Mittelalter. Wie soll ich denn dahin kommen? Brauche ich da nicht so etwas wie eine Zeitmaschine?“ Fredeswind lächelte nachsichtig und erwiderte: „Du musst wissen, meine Heimat Odilaland, im Volksmund Odiland genannt, ist eine heutige irdische Welt. Der wichtigste Nachbar ist der Freistaat. Wir sind für euch also nicht aus der Welt.“ Fanny starrte vor sich hin ins Leere. Davon hatte sie doch schon gehört, dies jedoch immer als Sage oder Legende abgetan. Sie konnte es gar nicht fassen, dies legendäre Land gab es also wirklich. Hatte sie doch tatsächlich geglaubt Fredeswind käme aus der Vergangenheit. Genau genommen hatte sie diesen Gedanken nie weiterverfolgt, es einfach so hingenommen. Umso überraschter war sie nun. Fanny war ins Grübeln versunken. Fredeswind stupste sie an und holte sie so in die Gegenwart zurück. Plötzlich sprudelte es aus ihr heraus: „Aber…! Was…? Wie…? Wann…?“ Zu viele Fragen lagen ihr auf der Zunge.
Fredeswind begriff ihre Bredouille und begann zu erzählen: „In den sechziger Jahren im vorigen Jahrhundert beschloss die blutjunge Ottilia ihr normales Leben hinter sich zu lassen. Damit löste sie einen neuen Trend aus. Viele Menschen, egal ob jung oder alt, weiblich oder männlich, schlossen sich ihr an. Jeder wollte auf seine Art und Weise leben können. Da die damalige Regierung Unruhen durch die Aussteiger befürchtete, gab sie Ottilias Drängen nach und teilte ihnen ein eigenes Land zu. Dahin wanderten sie nun aus. Es bildeten sich unterschiedliche Gruppen, die einen wollten wie in der Zeit um 1900 leben, andere wie im Mittelalter usw.“ „Ich beginne zu verstehen.“, warf Fanny ein. „Es entstanden so etwas ähnliches wie Regierungsbezirke. Ottilia hatte schon immer ein tolles Organisationstalent besessen, das zahlte sich jetzt aus. Sie gab dieser Welt schließlich ihre jetzige lebenswerte Struktur. Als Dank dafür wurde sie zum Oberhaupt dieser Gesellschaft erhoben und bekam den Titel ‚Kaiserin‘. Von da an durfte sie sich Kaiserin Odila I. nennen. Immer noch ist sie, trotz ihres fortgeschrittenen Alters, für diese Menschen da, treu unterstützt von ihrem Mann Fridebrecht.“
Gespannt hatte Fanny ihrem Gegenüber gelauscht. „Doch wie komme ich nun dort hin?“, beharrte Fanny auf ihre anfängliche Frage. „Mit jedem beliebigen Transportmittel, man muss dies nur an der Grenze parken. Übrigens, unser Land entwickelt gerade eine neue Idee. Es will eine Flugroute zwischen den beiden Ländern einrichten. Jede Woche soll eine andere Stadt angeflogen werden, um den Grenzverkehr zu erleichtern. Allerdings weiß ich nicht, wie spruchreif das mittlerweile ist.“ Sie zahlten und traten wieder auf die Straße. Die Hunde begrüßten sie schwanzwedelnd und freudig bellend. So machten sie sich auf den Heimweg. Als sie die kleine Kneipe passierten ertönte aus ihr, wie so oft, laute Musik, da entschieden sich die beiden noch schnell für einen kleinen Absacker.
Danach ging es aber endgültig heim und ab ins Bett. Allmählich leerte sich die Fußgängerzone, bloß der eine oder andere Nachtschwärmer war nach wie vor unterwegs, indessen erleuchtete der Stadtbrunnen einsam die Fußgängerzone.
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01.02.2025, 16:47
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.02.2025, 16:56 von Fredeswind.)
Der nächste Morgen meinte es mit Fredeswind und Fanny nochmal gut. Es war warm und sie unternahmen einen letzten gemeinsamen Spaziergang durch den Park mit Anuk und Kuna. Sogar der Eismann hatte es sich nicht nehmen lassen das letzte Mal den Park zu durchqueren. So konnten sie sich wieder einmal ein Eis zu Gemüte führen. Auf dem Rückweg durch den Park seufzte Fredeswind: „Weißt du, was ich tatsächlich vermissen werde?“ Fanny lächelte: „Ja, hoffentlich mich und meine Hunde!“ „Sowieso, Fanny! Aber auch ein bisschen das köstliche Eis, das gibt es bei uns nämlich leider nicht.“ Fanny tröstete sie: „Das glaube ich dir. Aber auch ich werde bis zum Frühjahr keines von unserem Eismann bekommen, der hat heute seinen letzten Tag und dann bis Ende März geschlossen.“
So erreichten sie schließlich Fredeswinds Bus. Nachdem Fredeswind Fanny das Versprechen abgenommen hatte, sie doch demnächst mal mit Anuk und Kuna zu besuchen, verabschiedeten sie sich und Fredeswind trat ihre Rückreise an.
Fredeswind erzählt:
Fredeswind war auf dem Heimweg. Am Tag nach ihrer Abreise hatte das Wetter umgeschlagen. Der erste Herbststurm war über das Land gefegt und in den Bergen lag der erste Schnee. Leider musste sie über den Gebirgszug vor der Landesgrenze hinüber. Wie sollte es auch anders sein, die Passstraße war natürlich verschneit. Mühsam kämpfte sich ihr alter Bus durch den Schnee. Fredeswind war erleichtert, als sie wieder ins Tal hinabfuhr. Bald war die Straße frei und ohne weitere Probleme erreichte sie die Grenze zu ihrer Welt.
Wie versprochen erwartete sie Hubertus an der verabredeten Stelle. Fredeswind parkte am Ziel ihr Auto auf dem Parkplatz. Fröhlich begrüßten sich Fredeswind und Hubertus. „Seid gegrüßt Hubertus, nach so langer Zeit.“ Er antwortete: „Ihre Majestät, Königin Fredeswind, seid willkommen zurück in Odiland.“ Er verbeugte sich und hauchte der Königin einen Kuss auf die Hand, „wir sind glücklich Euch nach dieser langen Reise wieder in der Heimat begrüßen zu dürfen!“
Dann sagte Hubertus: „Schließt doch bitte die Augen, Majestät. Euer Volk hat eine Überraschung für Euch.“ Fredeswind dachte bei sich: „Also, an diese Anrede muss ich mich auch erst wieder gewöhnen.“ Erstaunt und neugierig schloss sie die Augen, dann führte Hubertus sie durch das Tor. „So, jetzt dürft Ihr sie wieder öffnen.“
Sie öffnete die Augen, nein, riss sie geradezu auf und rief verwundert: „Was – ist – das - denn?“ Sie erblickte zwei kräftige, stolze weiße Kaltblutpferde, die offensichtlich eine große Kutsche zogen. Hubertus errötete vor Stolz und erklärte: „Ihr habt mir doch auf der Herfahrt von Eurer pferdelosen Wohnkutsche für die neue Welt erzählt. Als ihr fort wart, haben wir uns mit unserem Erfinder Goswind Luftikus zusammengesetzt und er hat schließlich für Euch diese Kutsche hier geplant. Unsere Handwerker haben großartige Arbeit geleistet um diese Kutsche für Euch entstehen zu lassen.“ Fredeswind erwiderte etwas verlegen: „Was für eine großartige Idee! Tausend Dank! Tausend Dank! Wie soll ich Euch das jemals vergelten?“ Da erwiderte Hubertus: „Ihr tut so vieles für unser Land, da können wir Euch auch einmal etwas Gutes tun!“ „Dann wollen wir die Wohnkutsche doch gleich ausprobieren.“ Und so fuhren sie los. Die Kutsche war ausgesprochen bequem und Fredeswind genoss die Heimfahrt in vollen Zügen. Zwei Tage später trafen sie in der Burg Adlerhorst ein und Fredeswind nahm wieder ihre Regierungsgeschäfte auf.
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01.02.2025, 19:26
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.02.2025, 19:29 von JTD.)
(01.02.2025, 16:47)Fredeswind schrieb: Der erste Herbststurm war über das Land gefegt und in den Bergen lag der erste Schnee. Leider musste sie über den Gebirgszug vor der Landesgrenze hinüber. Wie sollte es auch anders sein, die Passstraße war natürlich verschneit. Mühsam kämpfte sich ihr alter Bus durch den Schnee.
Wer so einen alten Bulli mal gefahren ist, weiß: niedriger Gang und viel Gas, dann kommt er fast überall durch. Da hilft das Gewicht des Heckmotors auf der Hinterachse.
Ich bin schon gespannt auf Fannys Gegenbesuch in Fredeswinds Reich!
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