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03.03.2026, 09:15
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.03.2026, 09:28 von Fredeswind.)
10. KAPITEL
WINTERINTERMEZZO
Ganz spontan hatten sich Fanny und Fredeswind zu einem kleinen Winterurlaub über Silvester getroffen und waren in einem Pferdehof an einem kleinen See abgestiegen. Einige Schlittschuhläufer zogen ihre Bahn auf dem gefrorenen Weiher. Die Freundinnen setzten sich und schauten dem winterlichen Treiben zu.
Später, nach einem hervorragenden Silvesteressen, stiegen sie kurz vor Mitternacht auf den nächsten Hügel, um von dort aus das prächtige Feuerwerk zu betrachten, dem sie gebannt zusahen.
Auch hinter ihnen wurde kräftig geballert, so dass große Rauchschwaden in der Luft standen. Gegen 0:30h wurde es weniger und die beiden begaben sich auf den Rückweg.
Während die letzten Schlittschuhläufer noch ihre Runden drehten, gesellten sich Anuk und Kuna zu den Freundinnen. Lebhaft wünschten sich die Anwesenden noch ein gutes gesundes neues Jahr.
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04.03.2026, 17:14
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 04.03.2026, 17:15 von Fredeswind.)
Das Wetter sollte in den nächsten Tagen noch schön bleiben und so buchten die beiden eine Woche Ferien in einer kleinen Jagdhütte im Gebirge. Mit einem Geländewagen wurden die Freundinnen hinaufkutschiert und ein paar hundert Meter vor dem Häuschen abgesetzt. Den Rest der Strecke legten sie zu Fuß zurück. Ganz in der Nähe entdeckten sie zwei Elche, die gemächlich durch den tiefen Schnee schritten. Leise schlichen die Freundinnen weiter, um die riesigen Tiere nicht aufzuschrecken.
Bevor es dunkel wurde erreichten sie das Blockhaus. Eine Weile genossen sie noch die frische Gebirgsluft und schauten sich interessiert um.
Gleich nebenan war ein Wildfütterungsplatz. Es dämmerte und langsam wagten sich die ersten Tiere zu der gut gefüllten Futterkrippe. Fredeswind und Fanny beobachteten sie ein paar Minuten, dann wurde ihnen kalt und sie gingen hinein.
Wie geplant fanden sie auch schon ihr Gepäck vor, das man ihnen freundlicherweise vorausgeschickt hatte und das auch nach ihrem Aufenthalt wieder abgeholt werden würde. Nicht lange, da begann es zu schneien, doch das bekamen die Freundinnen nicht mehr mit, weil sie schon in ihren mollig warmen Betten lagen.
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05.03.2026, 15:56
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.03.2026, 15:57 von Fredeswind.)
Umso überraschter waren sie am nächsten Morgen, als sie vor die Türe traten. Die weiße Pracht lag mindestens einen Meter hoch und es war eiskalt. Sie überlegten, ob sie überhaupt Schnee schieben sollten. Aber vorerst hatten sie keine Lust und beschlossen einen gemütlichen Tag im Haus zu verbringen.
Mittlerweile war es später Nachmittag geworden. Von einem Moment auf den anderen zog sich der Himmel zu und plötzlich erhob sich ein schrecklicher Schneesturm. Wild peitschend toste er um ihre Hütte, die Bäume rauschten und knackten, dass die Freundinnen fürchteten, der Weltuntergang wäre nahe. Das Gebälk knarrte und ächzte. Der Wind pfiff, fuhr in den Schornstein und löschte ihnen das Feuer aus. Entsetzt verkrochen sie sich samt ihrer Kleidung unter ihre Decken und hofften, dass sie das alles gut überstehen würden. Gegen Mitternacht verstummte der Sturm.
Doch auf einmal begann es zu grollen erst in der Ferne, dann schwoll es zu einem minutenlangen, gewaltigen und ohrenbetäubenden Dröhnen an, das das Haus erzittern ließ. Die Frauen konnten keinen klaren Gedanken mehr fassen. Eine gefühlte Ewigkeit später verklang das Donnern allmählich und verlor sich schließlich in der Dunkelheit.
- Plötzliche unheimliche Stille machte sich breit. Niemand wagte sich zu rühren. Aber schließlich löste sich ihre Erstarrung. Zwar steckte die Angst ihnen noch ordentlich in den Knochen, aber wenigstens waren sie wieder einigermaßen fähig zu denken. Sie entfachten erneut das Feuer und versuchten den Schrecken bei einem heißen Grog zu verdauen. Die Hunde aber sahen sie bis zum Morgen nicht wieder. Diese hatten sich verängstigt unter den Betten versteckt und trauten sich erst zum Frühstück wieder heraus.
Ja, und so sah es am nächsten Morgen aus. Unweit ihrer Hütte war eine Lawine abgegangen. Und Fanny und Fredeswind waren eingeschneit.
Da standen sie nun auf ihrer Terrasse, schlugen die Hände über dem Kopf zusammen und konnten es nicht fassen. Die kleineren Bäume waren zum Teil komplett im Schnee versunken, auch von der Futterkrippe war fast nichts mehr zu sehen. Soviel Schnee hatten sie ihr Lebtag noch nicht gesehen.
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05.03.2026, 16:16
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05.03.2026, 16:17 von Fredeswind.)
Am Nachmittag war es wärmer geworden und Fanny meinte: „Vielleicht sollten wir jetzt doch mal Schnee schieben. Wir sehen ja kaum den Himmel.“ Fredeswind stimmte seufzend zu: „Mh, da wird uns wohl nichts anderes übrigbleiben. Also lass uns mit Ausbuddeln anfangen.“ Nach einer deftigen Brotzeit packten sie die Schneeschaufeln und legten los.
Das war nun aber doch ein größeres Unterfangen. Langsam und mühsam kamen sie vorwärts. Vom Weg gab es keine Spur mehr. Nur anhand der beinahe ganz eingeschneiten Futterstelle konnten sie sich halbwegs orientieren.
Nach und nach arbeiteten sie sich weiter vor. Dann zeigte Fredeswind nach vorne und sagte: „Da ist kein Weiterkommen mehr, der Schnee liegt ja meterhoch! Da sind ja die Schneemengen ums Haus herum gar nichts dagegen.“ Fanny antwortete: „Jetzt wissen wir, dass es tatsächlich eine Lawine war, die uns heute Nacht mit ihrem Gerumpel aus dem Schlaf gerissen hat. Die haben schon gewusst, weshalb sie die Hütte im Schatten der Felswand gebaut
haben.“ Ihre Freundin nickte. Für heute reichte es ihnen und sie beschlossen den Rest des Tages zu faulenzen.
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 Das sind ja mal ganz großartige Bilder geworden mit dem Schnee!
Unbefugte sind nicht befugt, Unfug zu treiben!
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Soooooooooooo viel Schnee...tolle Bilder.
Und auch deinem Einfallsreichtum muss man Respekt zollen.
Bei Schnee muss man sich ja gleich überlegen, wie und ob man am Schnee was verändert.
Meistens hat man ja nur einmal die Möglichkeit, da was zu machen.
Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern,
aber du kannst neu anfangen und das Ende ändern.
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07.03.2026, 11:37
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.03.2026, 16:27 von Fredeswind.)
(04.03.2026, 15:24)deskoenigsadmiral schrieb: Eine schöne Sylvester Stimmung.....
Mir gefällt der See echt gut, wirkt fast wie echtes Eis...... 
(05.03.2026, 22:06)JTD schrieb: Das sind ja mal ganz großartige Bilder geworden mit dem Schnee! 
(06.03.2026, 08:35)Floranja89 schrieb: Soooooooooooo viel Schnee...tolle Bilder.
Und auch deinem Einfallsreichtum muss man Respekt zollen.
Bei Schnee muss man sich ja gleich überlegen, wie und ob man am Schnee was verändert.
Meistens hat man ja nur einmal die Möglichkeit, da was zu machen. 
Danke für eure Kommentare und euer Lob. Ich habe mich riesig gefreut. Besonders deshalb, weil diese Geschichte nicht geplant, sondern eher ein Zufallsprodukt des Winters war.
Ohne direkten Vorsatz habe ich die Hütte mit Bäumen, Tieren und Futterkrippe hinausgestellt, als es zu schneien anfing, um zu sehen, was passiert. Es stand alles nur auf einer bemoosten Steinbank etwa 2 m unterhalb des Hofes im Garten. Im Laufe des Tages habe ich mehrere Fotos gemacht. Am nächsten Morgen lagen um die 15 cm Schnee auf dem Hof. Das Schneefräsenunwetter meines Sohnes am nächsten Morgen, hat das tiefe Einschneien verursacht. Ich bekam einen ganz schönen Schrecken, als ich aus meinem Fenster des Playmobilzimmers schaute und in dem Moment sah, wie die erste Ladung Schnee der Fräse direkt auf der Szenerie landete. Das hielt ich bei der nächsten dann mit meiner Handykamera fest (Schneesturm). Das Dio nahm, Dank des Pulverschnees, keinen Schaden. Hätte auch ins Auge gehen können. Das war ein genialer Zufall, dass der Schneewurf ausgerechnet so im Garten landete. Dann habe ich angefangen nach und nach ein paar Szenen zu fotografieren. Die ersten Fotos hatte ich zufällig einige Wochen zuvor gemacht. Nachdem ich für sie noch keinen Verwendungszweck hatte, konnte ich sie nun als Übergang benutzen. Schließlich brauchte ich noch eine Schlussszene, die habe ich dann auf einem läppischen Schneerest vor dem Stein fotografiert, der unseren Brunnen begrenzt.
So kam es zu diesem Intermezzo.
LG von der Märchenfee Fredeswind
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09.03.2026, 09:09
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.03.2026, 09:09 von Fredeswind.)
Der nächste Morgen belohnte sie mit einem herrlichen Wintertag. Sie hatten in der Hütte Schneeschuhe gefunden, nahmen die Gelegenheit wahr und machten damit nach dem Mittag eine kleine Wanderung. Die Hunde, stets mit von der Partie, tollten im pulverigen Schnee herum.
Der Ausflug hatte länger gedauert als geplant, erst als die Sonne schon ziemlich tief stand, kamen sie todmüde wieder in ihrem Quartier an. Eigentlich hatten sie herausfinden wollen, wie es um den Hauptweg stünde. Doch zu dem waren sie gar nicht erst durchgedrungen. „So wie’s ausschaut werden wir wohl länger hierbleiben müssen.“, stellte Fanny fest. „Ach, halb so schlimm, wir haben ja noch ein paar Tage. Außerdem ist die Speisekammer gut gefüllt, vermutlich geschieht es hier häufiger, dass man festsitzt.“, entgegnete Fredeswind. „Du hast ja so recht.“, bestätigte Fanny. „Lass uns das Beste daraus machen und die Wintertage genießen.“
In der gleichen Nacht begann es ordentlich zu tauen. Erst Regen, dann ein kräftiger Föhn ließ die Schneedecke schrumpfen. Langsam aber sicher tauchte alles Versunkene wieder auf. Die Freundinnen freuten sich sehr darüber, wollten sie doch noch mehr von ihrer Umgebung kennenlernen.
Die Sonne schien jetzt unablässig, daher waren die Temperaturen angenehm und sie unternahmen weitere Touren mit den Schneeschuhen oder den vorhandenen Schlitten.
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09.03.2026, 09:19
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 09.03.2026, 09:25 von Fredeswind.)
Das Rodeln machte ihnen besonders Spaß. Dafür waren die Bedingungen auch nahezu perfekt. Anuk und Kuna begleiteten sie treu, bald lernten es die beiden die Schlitten bergan zu ziehen. Die Freundinnen mussten ihnen nur folgen, rasten dann den Berg auf den Schlitten hinunter, während die Hunde, manchmal auch purzelbaumschlagend, den Hang hinabjagten um mit den Freundinnen Schritt halten zu können.
Wenn sie lange genug draußen blieben, standen sie träumend im rosafarbenen Sonnenuntergang bis die Sonne hinter dem letzten Berggipfel völlig verschwunden war. Dann hieß es aber schnell ab nach Hause, weil es im Nu dunkel wurde.
Auch der vereiste Weg vor ihrer Hütte war schließlich wieder abgetaut. Erneut versuchten sie zur Fahrstraße durchzukommen. Nach ein paar hundert Metern war der Pfad hinter der letzten Kurve leider zugeweht worden. Nach wie vor gab es also kein Durchkommen und so machten sie sich auch dieses Mal wieder unverrichteter Dinge auf den Rückweg.
Schnell neigte sich ihre übrige Zeit dem Ende zu. Morgen in aller Frühe sollte es nun soweit sein, dass sie wieder ins Tal hinabgebracht werden würden. Deshalb räumten sie das Häuschen auf und packten ihre sieben Sachen. Danach brachen sie zu einem letzten Spaziergang auf. Dieses Mal erreichten sie auch endlich den Hauptweg, der konnte aber noch nicht befahren werden. Es sah aus, als wäre weiter unten ebenso eine Lawine abgegangen, die die Bergstraße versperrte. Beide nahmen das mit Humor, so leicht konnte sie nichts mehr erschüttern und Fredeswind meinte: „Und wenn schon, dann bleiben wir eben doch ein bisschen länger hier.“ Fanny erwiderte lachend: „Genau, wo wir uns hier oben gerade so gut eingelebt haben. Kein Handyempfang, kein Hundesalon, keine Regierungsgeschäfte also kein Stress. Was kann man sich mehr wünschen als Entspannung pur.“ „Und das bisschen Schneeschippen, machen wir jetzt mit links.“, kicherte ihre Freundin.
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