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Fredeswinds Märchenschatztruhe
Seits Mäken zum Häsichen: „Schu! Schu! Du Häsichen frißt noch allen Koal.“

Sagt's Mädchen zum Häschen: „Schu! Schu! Du Häschen frisst noch allen Kohl.“

   


Seits Häsichen: „Kumm, Mäken , und sett dich uf min Haosenschwänzeken und kumm mit in min Haosenhüttchen.“ Mäken well nich. Mäken well nich.

Sagt's Häschen: „Komm, Mädchen , und setz dich auf mein Hasenschwänzchen und komm mit in mein Hasenhüttchen.“ Mädchen will nicht.

     


Am dretten Tog kummts Häsichen weder und frißt den Koal. Do seit de Frou zur Toachter: „Gäh in den Goarten und jags Häsichen.“
Seits Mäken zum Häsichen: „Schu! Schu! Du Häsichen frißt noch allen Koal.“

Am dritten Tag kommt's Häschen wieder und frisst den Kohl. Da sagt die Frau zur Tochter: „Geh in den Garten und jag's Häschen.“
Sagt's Mädchen zum Häschen: „Schu! Schu! Du Häschen frisst noch allen Kohl.“

   


Kumm, Mäken, und sett dich uf min Haosenschwänzeken und kumm mit in min Haosenhüttchen.“ Mäken sätzt sich uf den Hoasenschwänzeken- Do brachts Häsichen weit raus in sin Hüttchen.

Komm, Mädchen , und setz dich auf mein Hasenschwänzchen und komm mit in mein Hasenhüttchen.“ Mädchen setzt sich auf das Hasenschwänzchen. Da bracht's Häschen weit raus in sein Hüttchen.

   
Fredeswind Märchenschatztruhe

Inhalt Fredeswinds Märchenschatztruhe


"Wir meinen, das Märchen und das Spiel gehöre zur Kindheit: wir Kurzsichtigen! Als ob wir in irgendeinem Lebensalter ohne Märchen und Spiel leben möchten!"

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900)
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Thanks given by: Sunrise , Der Archivar , Floranja89
Häsichen seit: „Nu koach Grinkoal und Hersche, ick well de Hochtidlüd beten.“ Do kamen alle Hochtidlüd zusam'm.

Häschen sagtt: „Nu koch Grünkohl und Hirse, ich will de Hochzeitsleut bitten.“ Da kamen alle Hochtzeitsleut zusam'm.

   


(Wer waren dann die Hochzeitsleute? Das kann ich dir sagen, wie mir's ein anderer erzählt hat: Das waren alles Hasen und die Krähe war als Pfarrer dabei, die Brautleute zu trauen und der Fuchs als Küster und der Altar war auch da)

   


Mäken aober was trurig, da se so alleene was. Kummts Häsichen und seit: „Tu uf, tu uf! De Hochtidlüd senn fresch. De Braut seit nischt und wint.

Mädchen aber was traurig, da sie so alleine war. Kommt's Häschen und sagt: Tu auf, tu auf (trag auf)! Die Hochtizeitsleut sind frisch. Die Braut sagt nichts und weint.

   


Häsichen gäht fort, Häsichen kummt weder und seit: „Tu uf, tu uf!. De Hochtidlüd senn hongrig! De Braut seit weder nischt und wint.

Häschen geht fort, Häschen kommt wieder und sagt: „Tu auf, tu auf!. Die Hochzeitsleut sind hungrig! Die Braut sagt wieder nichts und weint.

   
Fredeswind Märchenschatztruhe

Inhalt Fredeswinds Märchenschatztruhe


"Wir meinen, das Märchen und das Spiel gehöre zur Kindheit: wir Kurzsichtigen! Als ob wir in irgendeinem Lebensalter ohne Märchen und Spiel leben möchten!"

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900)
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Häsichen gäht fort, Häsichen kummt weder und seit: „Tu uf, tu uf! De Hochtidlüd waorten.“ Da seit de Braut nischt und Häsichen gäht fort.

Häschen geht fort, Häschen kommt wieder und sagt: „Trag auf, trag auf! Die Hochzeitsleut warten.“ Da sagt die Braut nichts und Häschen geht fort.

   


Aober se macht ene Puppen von Stroah met eeren Kleedern und gibt er eenen Röhrlebbel. 

Aber sie macht eine Puppe von Stroh mit ihren Kleidern und gibt er einen Rührlöffel. 

   


Se set se an de Kessel met Hersche und gäht zur Motter.

Sie setzt sie an den Kessel mit Hirse und geht zur Mutter.

   


Häsichen kummt noch ämahl und seit: „Tu uf, tu uf!“ Macht uf und smet de Puppe an Kopp, das er de Hube abfällt.

Häschen kommt noch einmal und sagt: „Tu auf, tu auf!“ Macht auf und schlägt die Puppe an Kopf, das ihr die Haube abfällt.

   


Do set Häsichen, dass sine Braut nech es und gäht fort und es trurig.

Da sieht Häschen, dass‘s seine Braut nicht ist und geht fort und ist traurig.

   


ENDE
Fredeswind Märchenschatztruhe

Inhalt Fredeswinds Märchenschatztruhe


"Wir meinen, das Märchen und das Spiel gehöre zur Kindheit: wir Kurzsichtigen! Als ob wir in irgendeinem Lebensalter ohne Märchen und Spiel leben möchten!"

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900)
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Ich wär' auch traurig, wenn der Bräutigam mir noch vor der Hochzeit an den Kopf schlägt...

Das Mädchen hat's richtig gemacht.

Tja, das waren noch alte Zeiten... die Frau als Dienstmagd... lieber 10x laufen als selber auftragen...

Danke Dir, Fredeswind, das Märchen ist wohl ziemlich unbekannt.

Smile
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Thanks given by: Fredeswind
Vielen dank für dieses Märchen, da muss ich erstmal drüber nachdenken ....
Aber wirklich gefallen hat es mir nicht.
Umsetzung ist aber wieder sehr gelungen!
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Thanks given by: Fredeswind
Was soll das sein? Zwangshochzeit kindgerecht verniedlicht?
Das Märchen erinnert im Anfang an die Märchen vom Tierbräutigam, wo ein Bär oder Ähnliches dem Vater aus einer finanziellen Notlage hilft und dafür die Tochter kriegt. (Natürlich entpuppt er sich dann als verwunschener Prinz.)
Und die Flucht am Ende an den Blaubart Typ. Muss mal nachlesen.
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Thanks given by: Aquarius , Fredeswind
(29.05.2019, 06:55)Schoko-Queen schrieb: Ich wär' auch traurig, wenn der Bräutigam mir noch vor der Hochzeit an den Kopf schlägt...

Das Mädchen hat's richtig gemacht.

Tja, das waren noch alte Zeiten... die Frau als Dienstmagd... lieber 10x laufen als selber auftragen...

Danke Dir, Fredeswind, das Märchen ist wohl ziemlich unbekannt.

Smile

Danke Danke 

Ich wäre auch davon gelaufen, so geht es nicht. Wobei das Mädchen für die damalige Zeit emanzipiert genug war und auch Mut hatte davonzulaufen. Eigentlich bewundernswert.

LG von der Märchenfee Fredeswind  [Bild: 142_fee.gif]
Fredeswind Märchenschatztruhe

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"Wir meinen, das Märchen und das Spiel gehöre zur Kindheit: wir Kurzsichtigen! Als ob wir in irgendeinem Lebensalter ohne Märchen und Spiel leben möchten!"

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900)
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(29.05.2019, 16:28)Aquarius schrieb: Vielen dank für dieses Märchen, da muss ich erstmal drüber nachdenken ....
Aber wirklich gefallen hat es mir nicht.
Umsetzung ist aber wieder sehr gelungen!

Danke Danke Rotwerd Rotwerd 

Mir geht es da genauso, irgendwie hinterlässt das Märchen ein ungutes Gefühl. Hat mir auch nicht wirklich gefallen.

LG von der Märchenfee Fredeswind  [Bild: 142_fee.gif]
Fredeswind Märchenschatztruhe

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"Wir meinen, das Märchen und das Spiel gehöre zur Kindheit: wir Kurzsichtigen! Als ob wir in irgendeinem Lebensalter ohne Märchen und Spiel leben möchten!"

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900)
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(30.05.2019, 11:09)Artona schrieb: Was soll das sein? Zwangshochzeit kindgerecht verniedlicht?
Das Märchen erinnert im Anfang an die Märchen vom Tierbräutigam, wo ein Bär oder Ähnliches dem Vater aus einer finanziellen Notlage hilft und dafür die Tochter kriegt. (Natürlich entpuppt er sich dann als verwunschener Prinz.)
Und die Flucht am Ende an den Blaubart Typ. Muss mal nachlesen.

Danke 

Du hast ganz recht, es hat ein ähnliches Motiv, wie z.B. bei 'Das Nusszwieiglein' oder 'Die Schöne und das Tier', bloß heir ist der Hase kein vewunschener Mensch. Keine Ahnung, ob die Hasengesellschaft irgend etwas symbolisieren soll. Muss auch mal nachlesen.

LG von der Märchenfee Fredeswind   [Bild: 142_fee.gif]
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(07.06.2019, 14:12)Fredeswind schrieb:
(29.05.2019, 16:28)Aquarius schrieb: Vielen dank für dieses Märchen, da muss ich erstmal drüber nachdenken ....
Aber wirklich gefallen hat es mir nicht.
Umsetzung ist aber wieder sehr gelungen!

Danke Danke Rotwerd Rotwerd 

Mir geht es da genauso, irgendwie hinterlässt das Märchen ein ungutes Gefühl. Hat mir auch nicht wirklich gefallen.

LG von der Märchenfee Fredeswind  [Bild: 142_fee.gif]

Aber trotzdem hat du uns es gezeigt und hast es nicht ausgelassen. Respekt!
Ich denke das Märchen ist durch die Zeit als es aufgeschrieben wurde geprägt wann das wohl war?
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Thanks given by: Fredeswind


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